Der heilige Pfad

Der Weg beginnt in Troia, dem religiösen Zentrum in diesem Teil Apuliens, der seit dem Mittelalter stark von den auf der Frankenstraße vorbeiziehenden Pilgern beeinflusst wurde. Hier können Sie die Kathedrale Santa Maria Assunta bewundern, die zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert im Stil der apulischen Romanik erbaut wurde. Sie werden von ihrer berühmten Fensterrose bezaubert sein. Im Kirchenschatzmuseum der Kathedrale von Troia, das in den Räumlichkeiten des ehemaligen Bischofsseminars untergebracht ist, werden drei auf den Zeitraum vom 11. bis zum 12. Jahrhundert datierte Exultet-Rollen verwahrt. Diese Pergamentrollen wurden in der Osternacht entrollt. Ihr Name leitet sich vom ersten Wort des Ostergebets ab, welches „exultet“ lautet. Sie sind insgesamt 11 Meter lang und mit Miniaturen sowie dem Text des Osterlobs Praeconium paschale versehen. Auch das Diözesanmuseum mit seinen Bronzeskulpturen, Gemälden aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie Marmorarbeiten aus der Kathedrale verdient einen Besuch. Ebenso wie die Kirche San Basilio Magno, die wahrscheinlich frühchristliche Ursprünge hat. Sie gehört zu den ältesten Kirchen der Monti Dauni und wird bereits in einem Pergament von 1087 erwähnt.

Von Troia geht es nach Faeto, wo sie die Renaissance-Kirche San Salvatore, die wunderschönen Ruinen des Kirchleins San Vito (12. Jahrhundert) und die Kirche Santa Caterina di Celle bewundern können, zu der die Frauen immer am 08. August geschmückt mit Blätterkränzen in einer Prozession ziehen. Besichtigen Sie in Orsara di Puglia die Grotte von San Michele, eine Kultstätte aus dem 8. Jahrhundert n. Chr., die Kirche dell’Annunziata im romanischen Stil aus dem 11. Jahrhundert und die Kirche San Pellegrino, die im vergangenen Jahrhundert neu aufgebaut wurde,

Auf dem Weg durch das Cervaro-Tal gelangt man nach Bovino. Hier steht eine herrliche romanische Kathedrale, die ebenso schlicht wie majestätisch ist und zahlreiche byzantinische Stilelemente aufweist. Auch das Diözesanmuseum im Herzogspalast sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Unter den hier aufbewahrten Gegenständen befinden sich: der silberne Heiligenschrein der Heiligen Dorne (16. Jahrhundert), der eine Kristallampulle mit einer der Dornen von Christi Dornenkrone umschließt; ein kostbarer Heiligenschrein in der Form des Armes von Sankt Markus aus dem 15. Jahrhundert, ein Werk von Pietro Vannini; eine Monstranz aus dem 15. Jahrhundert, ebenfalls von di Pietro Vannini; ein Prozessionskreuz aus dem 16. Jahrhundert; ein Kupferkruzifix aus dem 14.-15. Jahrhundert; ein Bischofskreuz aus dem 17. Jahrhundert.

Verlassen Sie dann dieses Dorf und begeben Sie sich nach Deliceto, wo Sie inmitten des Waldes den Wallfahrtsort der Tröstungs-Madonna finden werden. Es ist wahrscheinlich, dass der Heilige Alfonso Maria De Liguori hier die Inspiration zu seinem berühmten Lied „Tu scendi dalle stelle“ (Du steigst herab von den Sternen) fand.

Weiter geht es nach Sant’Agata di Puglia, wo die Kirche San Nicola auf Sie wartet. Sie hat einen normannischen Grundriss und verfügt über eine reiche Ausstattung an Heiligenskulpturen. Wenn man in Richtung Tavoliere geht, trifft man in Ascoli Satriano auf die Kirche Maria SS. Della Natività mit gotischen und romanischen Elementen, in deren Innenraum sich Fresken aus dem 18. Jahrhundert befinden. Weiter im Norden, in Biccari, befindet sich die prachtvolle neoklassizistische Kirche Madre di Maria SS. Assunta. In Motta Montecorvino wiederum wird die Landschaft von der beeindruckenden Kirche San Giovanni Battista aus dem 15. Jahrhundert dominiert. Der Heilige Pfad kann auch all die mit Padre Pio verknüpften Orte nicht ignorieren, wie das Dorf San Marco La Catola, in dem er als sehr junger Mann lebte, oder Lucera, wo sich ein wunderschöner Dom aus dem Jahr 1300 erhebt, der im gotischen Stil mit französischen Einflüssen auf einer antiken Moschee errichtet wurde.

Bildnachweise: @Tiziano La Torre

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