An der „Küste der Trabocchi“ entlang

Man kann die Abruzzen nicht verlassen, ohne ihren charakteristischsten Küstenabschnitt zu besuchen: die Küste der Trabocchi, von der man circa 50 Kilometer auch ohne Auto zurücklegen kann. In den lokalen Zügen darf man fast überall auch Fahrräder transportieren. Man kann in Francavilla al Mare starten, dessen Fahrradweg fast durch das ganze Dorf geht, einige Strandabschnitte streift und dann nach Ortona weiterführt. Hier bieten sich ein Spaziergang zum Hafen und ein Bad in der sandigen Bucht des Lido dei Saraceni an. Von hier erreicht man, indem man einen duftenden Pinienhain durchquert, den Pfad durch das Reservat Punta dell’Acquabella, das auf die gleichnamige Bucht schaut. An sonnigen Morgen kann man ein paar Stunden für die Entdeckung des Angeltourismus auf einem Fischerboot auf dem offenen Meer reservieren, wo man in die lokale Fischerei eingeführt wird (Kooperative Flying Fish +39 085 9063004).

Dann geht es weiter und man durchquert San Vito, von wo aus man einen eindrucksvollen Blick auf die Behausung des Dichters D’Annunzio genießt, die auf einem Vorsprung direkt über dem Meer liegt. Von dem alten Bahnhof San Vito Marina aus führt die ehemalige Eisenbahnstrecke ohne Unterbrechungen 7 Kilometer bis nach Fossacesia. Der erste Abschnitt der Strecke auf den alten Gleisen ist begehbar und man genießt von hier einen herrlichen Blick auf das Meer und die typischen lokalen Fischfanggeräte, die Trabocchi.

An der Staatsstraße nach Fossacesia erhebt sich die zauberhafte Abtei San Giovanni in Venere, ein Kloster aus dem 12. Jahrhundert. Man sollte hier auch das Kloster besichtigen, in dem man häufig Ausstellungen lokaler Künstler sehen kann. In Torino di Sangro kann man zu Fuß das regionale Naturreservat Lecceta Litoranea (Steineichenwald an der Küste) durchqueren, 175 Hektar Küstenwald und mediterrane Machia.

In unmittelbarer Nachbarschaft verdient der Englische Friedhof einen Besuch. Und schließlich erreicht man, vom Bahnhof Casalbordino aus einige Kilometer gen Süden gelegen, das Reservat Punta Aderci mit seiner Küste, die an einigen Stellen steil und zerklüftet an nordeuropäische Landschaften erinnert, wohingegen sie an anderen Stellen lieblicher und mediterraner wird. Der Weg kann sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Ab Juni genießt man im höher gelegenen Teil des Reservats den spektakulären Anblick blühender Sonnenblumen, die an Van Gogh erinnern. Beim Abstieg verbindet sich der felsige Teil der Punta Aderci mit dem Sand der Punta Penna, die herrliche mediterrane Dünen aufweist.

Es lohnt sich, die Reise entlang der Küste der Trabocchi hier an der kleinen Mole kurz vor dem Hafen von Vasto Marina abzuschließen. Wenn man von hier aus den Blick in Richtung Meer schweifen lässt, sieht man auf der einen Seite die Trabocchi und auf der anderen Seite einen kleinen charakteristischen Leuchtturm. Und wenn Sie müde sind, ist der Bahnhof dort ganz in der Nähe!

Bildnachweise: @LAG Maiella Verde

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