Manifest der Orte der Gastfreundschaft

Die Gastfreundschaft ist eine der edelsten Formen des sozialen Zusammenlebens und basiert auf gegenseitigem Respekt und Gastlichkeit. Die Etymologie des Wortes Gastfreundschaft hat im Italienischen („ospitalità“) eine doppelte semantische Wurzel: sowohl der Ankommende als Gast als auch der Empfangende als Gastgeber können dort mit dem gleichen Begriff („ospite“) bezeichnet werden. Dies hat enorm zur kulturellen Entwicklung der menschlichen Gemeinschaft beigetragen und Reisen, Entdeckungen, Migrationen, religiöse Pilgerfahrten und Handel unter den Menschen begünstigt. Im antiken Griechenland war die Ansicht verbreitet, dass die Götter des Olymps, als Reisende verkleidet, die Rechtschaffenheit der Menschen auf die Probe stellten. Die Römer führten eine „Tessera hospitalitatis“ (Gastausweis) ein, mit welcher der Gast zeitweise zum Mitglied der ihn beherbergenden Gemeinschaft wurde. Mit Verbreitung des Christentums erhielt die Gastfreundschaft die Bedeutung von „Liebe und Hingabe“ für die Mitmenschen. Im modernen Zeitalter hat diese jahrtausendealte Tradition verschiedensten und originellen handwerklichen und landwirtschaftlichen Betrieben Form und Leben verliehen, die alle auf den Werten Nahrung, Gastlichkeit, Landschaft, Geselligkeit und Reisefreudigkeit basieren.Die Hauptakteure bei der  Verwirklichung dieses Ziels sind die Bauern und Handwerker, die Inhaber von Gastbetrieben und Restaurants, im Grunde jeder einzelne Bürger, der sich der Wertigkeit seiner Heimat und der Einzigartigkeit seiner Kultur bewusst ist.

Wir sind überzeugt davon, dass die Gastlichkeit in all ihren Formen als Garantie gelten soll: für ein Angebot an Unterkünften und Gaumenfreuden, das sich durch Bodenständigkeit, Nachhaltigkeit und Qualität auszeichnet.
Diese Philosophie kann nur dort umgesetzt werden, wo es Produkte und Waren gibt, die eigentümlich und einzigartig sind und den lokalen Besonderheiten erwachsen.
Dazu zählen Obst, Gemüsesorten und Getreidearten, die seit jeher auf den heimischen Böden wachsen, Gerichte und Rezepte, die die kulinarische Geschichte des Ortes erzählen und der Einsatz regionaler Rohstoffe.
Beim Anbau von Produkten gilt es, auf industriell erzeugte, umwelt- und gesundheitsschädliche Unkrautvernichtungsmittel zu verzichten, bei ihrer Verarbeitung auf Zusatzstoffe und Konservierungsmittel.

Die „gastlichen Lande“ arbeiten mit einem untrüglichen Gespür für das Wahre und Richtige: Sie begegnen ihrer Vergangenheit mit Respekt, gestalten ihre Gegenwart mit Umsicht und gehen guten Mutes in die Zukunft.

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