Nationalpark Stilfserjoch

Das Martelltal liegt zur Gänze im Nationalpark Stilfserjoch und man kann sagen, dass es sein Herzstück bildet. Von den Straßen im Talgrund geht ein Netz sorgfältig gepflegter und ausgeschilderter Wanderwege aus, auf denen man sicher in die Stille des Waldes eindringen kann, um von dort die Aussichtspunkte mit den schönsten Panoramen zu erreichen.
Dank der ganzjährig geltenden, im Sommer jedoch besonders beanspruchten Sondervereinbarung mit den Berg- und Wanderführern können Sie sich auch an „gewagteren“ Exkursionen versuchen. Bei Naturliebhabern erfreuen sich diese besonderer Beliebtheit, dank der größeren Wahrscheinlichkeit auf die typisch alpine Tier- und Pflanzenwelt zu stoßen.
Falls Sie im Winter kommen, werden Sie von einer herrlichen Schneelandschaft überrascht. Die Skilifte werden Ihnen aber bestimmt nicht fehlen, denn deren Anblick wäre der Ursprünglichkeit der Naturlandschaft wohl kaum förderlich. Auch den Skifahrern unter Ihnen werden sie nicht fehlen, denn es stehen ausgedehnte Loipen zur Verfügung.
Sie können sich auch am Skibergsteigen oder auch an den weniger anstrengenden, aber ebenso beeindruckenden Schneeschuhwanderungen inmitten der verschneiten Wälder versuchen.
Der Nationalpark Stilfserjoch wurde bereits 1935 eingerichtet. Er steht für achtzig Jahre Umweltpolitik, bei der es nicht um schöne Worte, sondern um sichtbare Taten geht.
Der Park erstreckt sich über ein weitläufiges Alpengebiet in vier Provinzen (Bozen, Brescia, Sondrio, Trient), die ihrerseits zu zwei unterschiedlichen Regionen gehören (Trentino-Südtirol und Lombardei), mit insgesamt 130.734 ha.
Ein Stück Paradies auf Erden, möchte man sagen, hier wurde es jedoch von Menschenhand geschaffen. Denn der Mensch hat hier beschlossen, sich selbst das kostbarste Geschenk auf Erden zu bereiten: Ein Stück unberührte Natur, wo sowohl Pflanzen- als auch Tierarten mit dem Menschen zusammenleben können, ohne missachtet und ausgebeutet zu werden, ohne Konflikte und Unterdrückung.
Prüfen Sie die Wahrheit dieser Worte mit eigenen Augen. Kommen Sie unseren Park besuchen und rüsten Sie sich dazu – jedoch nicht mit der Flinte, sondern mit einem gesunden Umweltbewusstsein, bequemem Schuhwerk, einem Fernglas und ein wenig Geduld – und befolgen Sie die Ratschläge der einheimischen Experten (praktisch aller Einwohner): So können Sie Gämsen, Rehe, Hirsche, Murmeltiere, Füchse, Eichhörnchen, Hermeline, Hasen, Dachse und Wiesel sichten.
Wenn Sie den Blick zum Himmel richten, können Sie Steinadler, Mäusebussarde, Sperber, Habichte und Bartgeier ihre Kreise ziehen sehen. Das ist gar nicht schwer, denn alle diese Arten nisten im Park, ebenso wie das Alpenschneehuhn, das Birkhuhn, die Alpendohle, die gemeine Krähe, das Steinhuhn, der Kolkrabe, der Specht und die Waldohreule.
Was die Flora anbetrifft, kann man sich angesichts des Höhenunterschieds, der von 950 m bis 3.000 m reicht, die große Vielfalt an botanischen Arten und Ökosystemen vorstellen.
Bis zu 2.000 m herrschen die Fichte und die Lärche, weiter oben gesellt sich die Zirbelkiefer dazu. Noch weiter in der Höhe halten nur noch Zwergsträucher stand, die bis 2.600 m vordringen. Ab hier beginnt dann das Reich der Flechten, der einzigen Bewohner der Gletschermoränen.

Foto credits: @Leander Regensburger

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