Die Klöppelschule von Prettau

Ende des 19. Jahrhunderts gingen drei Mädchen aus Prettau nach Wien, um dort das Spitzeklöppeln zu lernen. Bei ihrer Rückkehr wurde Anna Mittermair, die beste von ihnen, die erste Lehrerin dieser Kunst in einer Schule, die anfangs vom örtlichen Pfarrer geleitet wurde. Die Schule wurde hauptsächlich von den Ehefrauen der Minenarbeiter besucht, die im Vergleich zu den viel beschäftigten Bäuerinnen der Berghöfe mehr Freizeit hatten. Als die Kupfermine von Prettau 1983 geschlossen wurde, unternahmen die Pfarrer Johann Pescosta und Franz Josef Kleinlercher (der Schuldirektor) alles, um die Armut der Familien der ehemaligen Minenarbeiter zu lindern. Dabei setzten sie auf die Klöppelkunst der Ehefrauen, die sich nun auch um den Direktverkauf der Spitze kümmerten. Mit der Zeit brachte die Schule viele gute Handwerkerinnen hervor, bis sie 1970 auf der Handwerksmesse München sogar mit dem Preis des Freistaats Bayern und der Goldmedaille ausgezeichnet wurde. 1994 wurde die Schule neu gegründet und in einen Verein umgewandelt, der über ein Statut und eine Verwaltungsleitung verfügt.

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